Banner-Eklat, Pyro und sonstige Machtspiele: Haben die Ultras zu viel Macht?

bodywatch

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"Bochum – Bochums Trainer Dieter Hecking war genervt, die Ordnungskräfte wirkten hilflos, die Eintracht-Verantwortlichen entschuldigten sich – doch nach dem erneuten Zaunfahnen-Eklat im Ruhrstadion blieb die Frage: Wie groß ist der Einfluss der Ultras im Fußball inzwischen? Entscheiden einige Fans im Extremfall darüber, ob ein Spiel ausgetragen wird oder nicht?
*Die Debatten in der Öffentlichkeit sind ja gemeinhin bekannt, über die Einflussnahme der Fans et cetera. Wir müssen aufpassen, dass wir da nicht überdrehen*, sagte Frankfurts Vorstand Philipp Reschke nach dem 3:1 (2:0) beim VfL Bochum, das mit 50 Minuten Verspätung begonnen hatte – weil Eintracht-Ultras mit einem Banner ein Fluchttor versperrt hatten.
Jost Peter, Vorsitzender der Fanvereinigung Unsere Kurve, wehrte sich gegen eine „Pauschalisierung“. Wie Fahnen aufgehängt werden, sei „ein alltägliches Problem bei Auswärtsfahrten, es wird in 99 Prozent der Fälle gelöst“, sagte er, „das muss man einordnen.“
Reschke kündigte Gespräche mit den Anhängern an, darüber, *dass solche Regelungen nicht verhandelbar sind, dass es bei Fluchtwegen kein Grau, sondern nur Schwarz und Weiß gibt*." (Quelle: OVB)


Pyro "Choreos" und Vernebelungen, Böller aufs Spielfeld und in die Zuschauerränge, Spielunterbrechungen aber keine Spielabbrüche in der DFL aus Angst vor Reaktionen der Ultraszene, Risikospiele mit massivem und teuren Polizeieinsatz (zu Lasten der Steuerzahler und der allgemeinen Sicherheitsprävention), überforderte Ordnungsdienste wegen gewollt zu laxer Handhabung von Sicherheitsvorschriften, Fadenkreuzplakate gegen Clubverantwortliche weil diese dem traditionellen Anspruch am Fussball nicht entsprechen?

Gehts noch?
Da läuft etwas aus dem Ruder bei so einigen "Fangruppierungen".
 

didi33

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Statt Geldstrafen einfach Punktabzüge, dann ist das schnell vorbei!
Dazu haben die DFL und der DFB nicht die Eier in der Hose. Meiner persönlichen Meinung nach müsste z.B. dem 1.FC Köln für das genehmigen des "Messerbanners" vor ein paar Wochen knallhart 30 Punkte abgezogen werden und dazu 15 Geisterspiele. Es hat schon eine besondere "Qualität" wenn Vereinsoffizielle, und die Fanbetreuer zählen dazu, so etwas im Vorfeld absegnen.
 

totobaer01

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Ja, bei verstößen, welche einer Fangruppe zuzuordnen ist, müßte das Spiel Automatisch mit 10:0 gegen das Team gewertet werden.
Damit wäre nicht nur das Spiel verloren, sondern auch die Tordifferenz im Hintern. Außerdem als finanzielle Strafe noch die Rechnung für den Polizeieinsatz.
 

fussgeballer

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Hui, da hast du jetzt aber ganz viele verschiedene und einzelne Fälle in einen Topf geworfen, um daraus eine polemische Ansage zu konstruieren. Ich hab im letzten Jahr ca. 50 Erstligaspiele im Stadion gesehen, jeweils mit PKW-freier Anreise - auch Hochrisikospiele - und hab in keinem einzigen erlebt, dass da was "aus dem Ruder" läuft. Das von dir als Anlass genommene Spiel in Bochum am Sonntag war völlig friedlich, null Aggression von irgendeiner Seite. Das bisschen Provokation der Frankfurter konnte das Spiel locker aushalten. Pyros erlebe ich oft in den Stadien, aber ich habe das noch nie erlebt, dass es von den anwesenden Zuschauern als negativ bewertet wird, z.B. durch Pfiffe oder Gemecker. Das erlebt man immer nur in irgendwelchen Foren im Anschuss. Böller sind natürlich 'ne andere Geschichte, aber aus dem Ruder läuft meines Erachtens da auch nix. Ich bin auch wahrlich kein Freund von allem, was die Ultras veranstalten, aber ohne Ultras gäbe es in den Stadien nur noch so Klatschpappen-Fans wie in Leipzig oder Hoffenheim.
 

Ostridil

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Ich würde mal sagen es ist wie überall, es gibt solche und solche. Man sollte nie alle in einen Topf werfen. Aber speziell Frankfurt hat schon so gewisse Fans. Und das was in Köln abgelaufen ist, war schon unter aller Kanone.
 
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Spezi30

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Diese Fußballüberfreaks werde ich nie verstehen. Das Extremverhalten schon mal gar nicht...und wer einmal sich komplett danebenbenimmt, schlägt, randaliert sollte lebenslang Stadionverbot bekommen. Dann würden sich denke ich mehr Leute zusammenreißen, weil das täte ihnen richtig weh..
 

bodywatch

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Hui, da hast du jetzt aber ganz viele verschiedene und einzelne Fälle in einen Topf geworfen, um daraus eine polemische Ansage zu konstruieren. Ich hab im letzten Jahr ca. 50 Erstligaspiele im Stadion gesehen, jeweils mit PKW-freier Anreise - auch Hochrisikospiele - und hab in keinem einzigen erlebt, dass da was "aus dem Ruder" läuft. Das von dir als Anlass genommene Spiel in Bochum am Sonntag war völlig friedlich, null Aggression von irgendeiner Seite. Das bisschen Provokation der Frankfurter konnte das Spiel locker aushalten. Pyros erlebe ich oft in den Stadien, aber ich habe das noch nie erlebt, dass es von den anwesenden Zuschauern als negativ bewertet wird, z.B. durch Pfiffe oder Gemecker. Das erlebt man immer nur in irgendwelchen Foren im Anschuss. Böller sind natürlich 'ne andere Geschichte, aber aus dem Ruder läuft meines Erachtens da auch nix. Ich bin auch wahrlich kein Freund von allem, was die Ultras veranstalten, aber ohne Ultras gäbe es in den Stadien nur noch so Klatschpappen-Fans wie in Leipzig oder Hoffenheim.
Na ja, Polemik ?

Klar geht es nur um Einzelfälle, in Freiburg herrscht sicher ein anderes Miteinander im Stadion als dies in anderen Stadien der Fall ist.
Trotzdem kann doch festgehalten werden, dass es immer öfters zu Störungen, Spielunterbrechungen und Vorfällen kommt, oder bewege ich mich mit dieser Meinung im Irrealen?

Beim badischen Fussballverband gibt (gab?) es eine Regel, dass ein Spiel erst nach der fünften Unterbrechung endgültig abgebrochen werden soll.
Fünf? Wegen ein paar Egoisten denen die anderen Zuschauer und letztendlich auch der eigene Verein egal sind weil sie sich an ihrem eigenem Gebaren ergötzen?

Und wo ist der sogenannte "Selbstreinigungsprozess", wenn ein Pyroverbot beharrlich ignoriert wird und Aktionen wie in den Beiträgen beschrieben durch die "Ultra-Community" gedeckt und gebilligt wird?
Sieht man sich an, welche Auswirkungen Pyro z.Bsp. an Silvester hat tu ich mich mit einer Verharmlosung schwer.

Ich bin leidenschaftlicher Fussballfan, aber mittlerweile muss ich mir überlegen zu welchem Verein ich ins Stadion gehe .. das kenne ich so aus der Vergangenheit nicht. Und das liegt nicht am Verein sondern daran, was "Fans" als "Kultur" betrachten.
Ich komme zwar nicht auf 50 sondern nur auf ca. 30 Stadionbesuche, aber da waren auch solche dabei die kein ausschliessliches Fussballvergnügen waren weil Ultras für Unannehmlichkeiten, Unterbrechungen und Störungen beitrugen. "Das Spiel findet auf dem Platz statt?".

Würde bei Ereignissen wie im Eingangsbeitrag und den nachfolgenden Kommentaren beschrieben mehr "law & order" stattfinden gäbe es Kritik, aber langfristig betrachtet auch mehr Ordnung und Sicherheit für alle.
Wer gibt diesen Deppen das Recht einen Notausgang mit Bannern unmöglich zu machen? Egal, der "geliebte Verein" wird schon zahlen dafür.
Hansa vs Dynamo .. 51 Verletzte. Nichts aus dem Ruder gelaufen?

Es geht mir wahrlich nicht um Pauschalisierung und Verallgemeinerung, aber wenns legitim zu werden scheint ist das nicht richtig und auch nicht im Interesse der Allgemeinheit.

Zum Thema:
 

fussgeballer

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Die Zahl der Verletzungen durch Pyros im Stadion ist doch verschwindend gering. Laut ZIS war es in den vergangenen beiden Saisons 203 in den ersten drei Bundesligen. Bei gut 48 Millionen Stadionbesuchen bewegt sich das nicht einmal im Promillebereich. Da entsteht in der Öffentlichkeit durch die Medien ein völlig verzerrtes Bild - etwa durch Reporter, die ständig fälschlicherweise die Gefährlichkeit betonen. Und Pyros sind was anderes als Böller an Silvester.
Ich halte das für eine ähnlich leere Diskussion, wie es sie jahrelang rund um Cannabis gab. Kriminell, verboten, gefährlich, etc. Nach der Freigabe hat sich exakt nix geändert; nur der Papierkram für die Polizei wurde weniger. In Norwegen funktioniert es ja auch anders mit Pyros. Testweise legalisiert und siehe da: nix passiert, keine Eskalattion der Gewalt, keine Verletzte. Will sagen: der Blick des Gesetzes auf eine Sache hat ja in vielen Fällen nix mit der Realität zu tun. Sonst wäre das von dir angeführte Böllern an Silvester ja auch verboten.
Einige der von dir genannten Vorkommnisse werden auch nicht von Ultras, sondern schlicht von Randalierern produziert (s. jüngst Aachen-Rostock am Wochenende). Den Unterschied zwischen Ultra und Kategorie C-Fan finde ich sehr wichtig, der ist höchstens bei ostdeutschen Vereinen und einer halben Handvoll West-Teams deckungsähnlich.
Nur mal so aus Interesse: was waren denn die "Unannehmlichkeiten, Unterbrechungen und Störungen", die dein Stadionvergnügen beeinträchtigt haben. Man blickt auf sowas ja mitunter auch sehr individuell. Ich z.B. finde die Grasraucher in meinem Block als extrem nervig.
Wer gibt diesen Deppen das Recht einen Notausgang mit Bannern unmöglich zu machen?
Niemand, das nehmen sie sich heraus. So wie jemand, der in einer 30-Zone 40 fährt. Aber nochmal, das Vergehen trägt doch keinesfalls das Ausmaß der Diskussion und hat auch nicht das Zeug dazu, der Tropfen zu sein, der ein Fass zum Überlaufen bringt. Die "Macht", die du einer Fangruppe zusprichst, ist doch überhaupt nicht vorhanden.
 

bodywatch

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Ist ja nicht so, dass ich Dir in dem einen oder anderen Punkt nicht Recht geben würde .. aber meine Stadionbesuche vor 10, 20 Jahren waren eben anders als sie jetzt sind .. beispielhaft mit Umleitungen weil das Zusammentreffen mit den "Auswärtsfans" vermieden werden soll oder die Nebelschwaden mir den Blick aufs Spielfeld unmöglich machen.
Ich tu mich einfach schwer damit, weshalb Aggression und Störaktionen mehr oder weniger durch den DFB und die Vereine gebilligt werden weil man sich mit Fanvereinigungen nicht deutlicher auseinandersetzen möchte.
Aber siehe Hansa Rostock, die das Thema nicht nur benennen sondern auch nach Lösugen sucht, gibt es ja auch endlich richtige Reaktionen.
 
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